Kann mein Kind den vollen Unterhalt verlangen, wenn es eigene Einkünfte hat?

Ingolf Schulz

Ingolf Schulz

Manche Kinder haben von Oma und Opa ein Sparbuch mit einem kleinen Guthaben bekommen. Barunterhaltspflichtige Väter glauben mitunter, das Kind müsse erst das Sparguthaben aufbrauchen, bevor es Unterhalt verlangen könne.

Das ist rechtlich nicht ganz richtig. Das minderjährige Kind muss sich nur die Zinsen, die derzeit minimal sind, auf seinen Unterhaltsanspruch anrechnen lassen. Die Rechtslage ändert sich, wenn das Kind volljährig wird. Dann muss es in der Tat erst das gesamte Guthaben aufbrauchen, bevor es Barunterhalt von den Eltern verlangen kann.

Manche Kinder verdienen sich durch Nachhilfeunterricht oder Zeitungsaustragen etwas, um ihr Taschengeld aufzubessern. Solange das Kind noch schulpflichtig ist, muss es sich diese Einnahmen nicht auf seinen Unterhaltsanspruch anrechnen lassen. Eine Ausbildungsvergütung ist jedoch anrechenbar, wobei die Fahrtkosten und der ausbildungsbedingte Mehrbedarf, der von vielen Oberlandesgerichten mit 90,00 € pauschaliert wird, abzuziehen ist.

Nun kann es sein, dass das Kind die Schule schwänzt oder nach Beendigung der Schulpflicht keiner Arbeit nachgeht. Solange das Kind noch schulpflichtig ist, kann es Unterhalt verlangen. Nach Ende der Schulpflicht kann sich der barunterhaltspflichtige Vater auf den Standpunkt stellen, das Kind könne arbeiten. Dann wird dem Kind das erzielbare Einkommen fiktiv angerechnet. Damit dürfte regelmäßig keine Unterhaltspflicht mehr bestehen.

Ingolf Schulz

Rechtsanwalt und Notar, Fachanwalt für Erbrecht

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